Forschungsprojekt, junge Erwachsene, JIA, Berufsleben,Pensionsversicherung

Juvenile idiopathische
Arthritis & Arbeit

Was es bedeutet als junger Mensch mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) ins Berufsleben zu starten, wurde in einer Studie der Pensionsversicherung (PV) untersucht. Damit werden die Betroffenen unterstützt, selbstbestimmt am Arbeitsleben teilzuhaben.

Projektübersicht

Projekttitel„Medizinisch-berufsorientierte Rehabilitation für junge Erwachsene mit juveniler idiopathischer Arthritis“ 
Statusabgeschlossen
ProjektleitungPensionsversicherung Österreich (PV)
PartnerReha-Zentrum Laab im Walde
Laufzeit2021 – 2025
ZielgruppeJunge Erwachsene mit juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA), die sich am Übergang von der Ausbildung in das Berufsleben befinden oder bereits im Arbeitsleben stehen.

Ziele der Studie

Die Studie untersuchte, welche Heraus­forder­ung­en junge Erwachsene mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) im Arbeitsleben erleben und welche Ressourcen ihnen dabei zur Verfügung stehen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Unterstützung sie benötigen, um ihre Gesundheit zu erhalten, ihre Fähigkeiten bestmöglich einzusetzen und langfristig Arbeitsfähigkeit sowie Teilhabe zu sichern.

Ziel war es, konkrete Empfehlungen für gezielte Maßnahmen der medizinisch-berufsorientierten Rehabilitation abzuleiten – damit Betroffene ihre berufliche Zukunft aktiv und eigenverantwortlich gestalten können.

Ablauf & Teilnahme

Im Rahmen einer explorativen qualitativen Studie wurden die Erfahrungen von Betroffenen und Fachpersonen systematisch ausgewertet.

Die Teilnahme am Forschungsprojekt war freiwillig und konnte jederzeit ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden.

Forschungsmethodik

Im Rahmen der Studie wurden 14 problemzentrierte Interviews mit Betroffenen sowie Fachpersonen aus Medizin, Therapie, Selbsthilfe und Wissenschaft geführt. So konnte sowohl die persönliche Erfahrung der Betroffenen als auch die Perspektive der Fachexpert*innen zur medizinisch-therapeutischen Versorgung junger Menschen mit JIA berücksichtigt werden. 

Die Auswertung erfolgte mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Elo & Kyngäs (2008). Das Person-Environment-Occupation-Model (Law et al., 1996) diente als theoretischer Rahmen. Die Objektivität wurde durch ein interdisziplinäres Forschungsteam gewährleistet.

Forschungsergebnisse

Selbstwirksamkeitserleben, berufliche Identität und Selbst­manage­ment sind zentrale Ressourcen für die Arbeitsfähigkeit junger Erwachsener mit JIA.

Positiv wirken persönliche und umgebungsbezogene Faktoren wie:

  • ein starkes Selbstkonzept,
  • psychologische Begleitung,
  • flexible Arbeitsbedingungen,
  • interprofessionelle Zusammenarbeit sowie 
  • eine ausgewogene Occupational Balance.

Herausforderungen ergeben sich insbesondere durch:

  • körperliche Einschränkungen,
  • mangelnde Flexibilität im Arbeitsumfeld,
  • fehlende Spezialisierung im Gesundheitssystem und
  • ein geringes gesellschaftliches Bewusstsein für die Erkrankung.

Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an gezielten Maßnahmen zur Stärkung der Selbstwirksamkeit, an einer spezialisierten medizinischen Versorgung sowie an flexiblen Rahmenbedingungen, um betroffenen Patient*innen eine langfristige berufliche Teilhabe zu ermöglichen.

Ethikgrundsätze

Für das Forschungsprojekt liegt ein positives Votum der Ethikkommission der Medizinischen Universität Wien vor (EK Nr.: 1340/2024). 

Außerdem prüft die Pensionsversicherung (PV) jedes Projekt intern auf medizin- und datenschutzrechtliche Vorgaben. Der Schutz sowie die informierte Zustimmung aller Teilnehmenden haben dabei oberste Priorität.

Mehr Informationen zum Thema: Beitrag zur PV-Forschungsagenda

Individuum  Ziel­gruppen­orien­t­ier­ung – Lebenswelt, individuelle Ressourcen

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Stand: 09. Juni 2026