Was ist Psychokardiologie?
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt es häufig zu seelischen Belastungen wie Ängste und Depressionen. Auftretende Beschwerden können körperliche und seelische Ursachen haben und sich gegenseitig stark beeinflussen.
Die psychokardiologische Rehabilitation verbindet medizinische und psychologische Therapien und unterstützt Sie dabei, wieder Vertrauen in Ihren Körper zu gewinnen und Ihren Alltag aktiv zu gestalten.
Viele Patient*innen unterschätzen die psychischen Auswirkungen einer Herzerkrankung. Die folgenden Fragen helfen Ihnen herauszufinden, ob Sie betroffen sein könnten.
Neben meiner Herz-Kreislauf-Erkrankung leide ich auch unter anderen Symptomen, z. B.
Wann ist eine psychokardiologische Reha sinnvoll?
- nach Herzinfarkt oder Herzoperation
- bei chronischen Herzerkrankungen (z. B. Herzrhythmusstörungen, Kardiomyopathie, arterielle oder pulmonale Hypertonie)
- bei psychischen Begleiterkrankungen (z. B. Depression, Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung PTBS)
- Stress, Überforderung oder Erschöpfung beeinträchtigen die Genesung
- wiederholte Krankenhausaufenthalte ohne nachhaltige Besserung
- notwendige Lebensstiländerungen sind schwer umzusetzen
So stellen Sie den Reha-Antrag
Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin*Ihrem Arzt, ob eine psychokardiologische Rehabilitation für Sie in Frage kommt. Ihre Ärztin*Ihr Arzt stellt den Reha-Antrag und begründet die medizinische Notwendigkeit.
Der Antrag muss vollständig ausgefüllt und unterschrieben an die zuständige Landesstelle der Pensionsversicherung übermittelt werden. Auch ein Direktantrag ist möglich.
- Voraussetzungen für die Zuweisung
- gleichzeitiges Vorliegen einer kardialen und einer psychischen Diagnose
- keine Kontraindikationen für eine stationäre Rehabilitation (keine akuten oder dekompensierten Krankheitszustände)
- Motivation für einen 6-wöchigen Aufenthalt (4 + 2 Wochen)
- selbstständige Bewältigung der Aktivitäten des täglichen Lebens
- ausreichende Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit in deutscher Sprache
Antrag
auf Rehabilitations-, Kur- bzw. Erholungsaufenthalt
Vermerk „Psychokardiologie Felbring oder Bad Tatzmannsdorf“ – bitte ICD-10 Hauptdiagnose anführen.
Direktantrag möglich an:
Reha-Zentrum Felbring
E-Mail: rz-felbring@pv.at
Reha-Zentrum Bad Tatzmannsdorf
E-Mail: rz-badtatzmannsdorf@pv.at
So läuft die psychokardiologische Reha ab
Die Rehabilitation dauert 6 Wochen und wird in zwei Teilen absolviert. Das Therapieprogramm umfasst medizinische Betreuung, Psychotherapie, Bewegung sowie Schulungen.
Teil 1
Dauer: 4 Wochen
Während Ihres Aufenthalts gewinnen Sie ein besseres Verständnis für Ihre Erkrankung und lernen verschiedene Methoden kennen, um mit körperlichen und seelischen Belastungen gut umzugehen.
Teil 2
Dauer: 2 Wochen
Nach etwa 4 Monaten zu Hause folgt ein weiterer stationärer Reha-Aufenthalt. Dort reflektieren Sie Ihre Erfahrungen aus dem Alltag, frischen erlerntes Wissen auf und vertiefen es.
Ganzheitliche Therapie für Herz & Psyche
Ein interdisziplinäres Team aus Kardiolog*innen, Psychiater*innen und Therapeut*innen kümmert sich um Sie. Die Kombination aus kardiologischer und psychologischer Behandlung unterstützt den körperlichen und seelischen Heilungsprozess.
Wir bieten Ihnen:
- umfassende kardiologische und psychologische Diagnostik
- medizinische Trainingstherapie
- Sport- und Bewegungstherapie nach kardiologischem Standard (Ergometer-Training, Gymnastik, Wassergymnastik, Kraft-Ausdauertraining, Nordic Walking)
- Ergotherapie
- Psychotherapie (mindestens 50 Min. pro Woche), Einzeltherapie sowie regelmäßige Gruppentherapien
- Angehörigengespräche
- Psychoedukation in Gruppen (Achtsamkeit, Angst, Depression, Stress etc.)
- Erlernen von Entspannungstechniken
- Vorträge und Schulungen zu den Themen KHK, Diabetes, Herzinsuffizienz etc.
Wo kann ich eine psychokardiologische Reha machen?
Die Pensionsversicherung (PV) bietet die Möglichkeit einer stationären psychokardiologischen Rehabilitation in 2 spezialisierten Reha-Zentren an.
Reha-Zentren
Welche Wirkung hat die psychokardiologische Rehabilitation?
Im Rahmen der Reha-Forschung der Pensionsversicherung wurde die psychokardiologische Rehabilitation wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Mehr Infos zur Studie
Die Ergebnisse zeigen, wie eng körperliche, psychische und soziale Gesundheit zusammenhängen. Herzangst und psychische Belastungen nehmen spürbar ab, während sich die Lebensqualität nachhaltig verbessert.
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Hinweis:
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Stand: 21. April 2026